Wand 5 hat Dein Klub beauftragt, zum Motto "Handarbeit" einen knapp
einminütigen Trailer zu drehen. Über 30 Klub-Gäste betätigten
sich daraufhin im Oktober 2012 am Basteln von Requisiten, mehreren, zum Teil
äußerst komplexen und langwierigen Animations-Einsätzen unter
den Landschaftsmodellen, die auf einer mehretagigen Klappstuhlbasis aufgebockt
von unten bedienbar waren, sowie an den analogen Philipp-Glass-Nachempfindungen
für ein zeitgerafftes Koyannisqatsi-Remake zur Geschichte von Stuttgart
21
Das Ergebnis läuft derzeit auch auf der website www.filmwinter.de
Bilder gibt es hier auch von der Installation der Bauten im Foyer des Festivals
mit einer professionellen Legende, die beispielsweise die Turner-Brezel erklärt.
Nach seinem Rauswurf an der Kapellentür erklimmt "Jack" das
Deck der ersten Klasse und versucht "Rose" aus den Klauen der Reichen
und Hohlen zu befreien, aber erst nach einem weiteren Kaffeekränzchen ist
das hinreißendste Mädchen bereit, ihr Feuer an den Bug zu tragen
und den Adlerflug der Liebe zu wagen. Zwei unvergessliche heiße Nächte
im wilden Hessen.
Auf dem Festival INACT drehten 90 Darsteller/innen während 22 Drehstunden die gesamte restliche Party in der Dritten Klasse, das Frühstück danach, die Korsettszene, sowie den ersten Schwenk in den Gottesdienst nach.
www.lasemencerie.org
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Im Rahmen der Mitglieder-Ausstellung "friendly
fire" finden in den östlichen Stallungen der Karlskaserne in der Hindenburgstraße
29 die bisher kältesten Außendrehs bei Temperaturen um den Gefrierpunkt
statt. Als Drehtage stehen bisher fest: Sonntag, 12. 2., 19. 2., Samstag, 25.
2., 14 bis 19 Uhr, Sonntag, 26. 2. 11 bis 16 Uhr
Zur Debatte stehen auch noch der 3. und 4. 3.
An den bisherigen Terminen ließen sich die Teilnehmerinnen dennoch nicht
abschrecken, das Gewimmel in den diversen Treppenhäusern und die spitzen
Dialoge im Salon der ersten Klasse zu geben.
Auf Einladung des Residency-Projekts Fugitif
bewältigte im Sublab ein
mehrsprachiges Set in Leipzig den gesamten Showdown zwischen Molly und der Aristokratie
im Salon, den verhängnisvollen Vertragsabschluss von Titanic 21 und die
heißen Speichelflugszenen in der Abendglut. Fugitif-Gastkuratorin und
langjährige Darstellerin aller WW-Teile, Marlène Perronet hatte
den in dieser Nacht von Orkantief "Joachim" umtosten Ort im Uhrenturm
des Westwerks mit wunderbar engagiertem Mittagessen für die Dreharbeiten
erschlossen.
Leipzig 2011
Die Königin der Nacht öffnete an drei Abenden ihre Blüte ganz.
In der Waschstraße von Edition
Randgruppe in der Türlenstraße in Stuttgart hatten am 13., 14.
und 16. Juli 2011 alle Teile gleichzeitig die Gelegenheit, sich im direkten
Widerschein ihrer Vorlagen bis zum aktuellen Stand der Dreharbeiten zu entfalten.
So synchron.
Ein großes Standbilder-Tableau versammelte die best moments in einer Installation
der analogen Printrahmungen mit dem Charakter zwischen Schlafzimmerschrankwand,
Pfefferkuchenhäuschen und Altar. Beste Stimmung bei Linsen, Hering aus
der Dose und Popcorn. Generationen von Autor/inn/en versammelten sich im Glanz
ihrer ausgewaschenen
Darsteller-Tatoos, bevor sich das Projekt für Sommer wieder in die Kleinteiligkeit
der Dreharbeiten zurückzog.
Absturz und Rettung von "Rose" mit anspruchsvollen Stunts beschäftigte
das Set auf der Ersten Internationalen Partizipationale, auf der der Klon vertreten
war.
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"Tun Sies nicht!" Nach einem Masseneinstieg mit der Rempelszene,
in der die weinende "Rose" übers Deck fliegt und auf ca. 35 Metern
Kamerafahrt etliche ältere Herrschaften in Aufruhr versetzt, folgten akrobatische
Klettereinstellungen aus der Vogelperspektive mit dunkel sprudelndem Kielwasser
in der Tiefe, sowie unzählige intime und atemberaubende Einstellungen an
der Heckreling.
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Statistische Auswertung vom Schneidetisch:
In den ersten beiden Nächten haben 47 neue und 7 erfahrene Darsteller/-innen
in guter, energiegeladener Atmosphäre Enolas Anbordgehen, die Hafenkneipenzocke,
die Schlägerei, den Jubel und den Läuse-/Amerikanerdialog an der Tür
zum Einrümpfigen mit großem Charme erstehen lassen.
In den letzten beiden Nächten ließen 22 neue und 13 erfahrene Darsteller/-innen
das Gewimmel hinter sich und das mehrkammrige Einrümpfige legte auf ergreifende
Weise ab.
Insgesamt haben damit 69 neue Seelen in ca. 30 unvergesslichen Mannheimer Stunden
Dreh 5 Minuten und 8 Sekunden abgedreht.
In Mannheim gelangen auch die bisher längsten und komplexesten Kamerafahrten
mit bis zu drei Schwenks ohne Schnitt in 38 Sekunden Länge. Eine Struktur
der engen verwinkelten Gänge, die uns die nächsten Jahre in der dritten
Klasse noch öfter herausfordern wird. In der ersten Klasse dagegen sind
es die Zooms in die monumentalen Luxusspiegel hinein und anschließende
Schwenks wieder zurück in die analog verdoppelte Realkabine hinüber,
die einen ganz besonderen Reiz haben.
Zum Abschied winkten bis zu 120 Finger an zehn Händen von den Geländern
der bis zu fünf Oberdecks.
Am 24. November 2010 duckte sich der bisher niedrigste Klon unter die
Gewölbe des Cafe Freisprung in der Akademiestraße 3. Auf Einladung
der Bertreiber/in Susanne Sponsel und Moritz Limprecht drehte ein
dynamisches Massen-Set das stressige Gedrängel, in dem die
unglückliche "Enola" Dryland verlässt.
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Am 16. Oktober 2010 drehten 16 neue Darstellerinnen und Darsteller im Klon unter dem Gewöbe des Schlosses von artbfc die letzten Einstellungen des Prologs und atemberaubende Massenszenen am Quai des ablegenden "Einrümpfigen".
Zeitungsartikel (PDF, 520 KiB)
Im Sitzungssaal des Est-Ouest-Festivals
war von 8. bis 10. April 2010 Dein Klub zu Gast. An einem Drehnachmittag haben
wir fast die komplette Ankunft von Enola auf der Deeze, sowie ihre geschickte
Abwehr aller Verstrickungsversuche der Smoker gedreht.
Zwei Jahre nach der Premiere und der gescheiterten Edition von Teil 1 ist nun
die eigene Vertonung komplett.
Am 12. März war Dein Klub zu Gast bei Wandabox und zeigte die eben fertig
gewordene DVD im Filmhaus Stuttgart und führte durch das Menü.
Die DVD ist nicht frei verkäuflich, sondern stellt Sichtungsmaterial für
alle Autor/-innen und eine Bilanz der letzten acht Jahre dar, läuft in
mehreren Sprachen, enthält alle Nachfolgeteile bis Januar 2010 und Bonusmaterials
mit Interview über die Hintergründe.
Wir suchen jetzt übrigens alle Darsteller/-innen und Unterstützer/-innen,
denen wir ein Exemplar zukommen lassen möchten und von denen wir nicht
die Adresse haben. Kontakt: hauryp(at)gmx.de
Technisch betreute die historisch wohl letzte Veranstaltung im großen
Saal des Filmhauses Thomas Eilenstein, der bereits dabei ist, sämtliche
Einrichtungsgegenstände, zum Teil aus den 50er Jahren, mit Aufklebern für
die Einlagerung zu inventarisieren.
Gastgeber war Wand5. Heike Ehrath organisierte eine wundervolle Bar mit Kreativ-Selbst-Toast-Ecke,
Jens Hermann legte in der WW-lounge auf, die ausgewählte Requisiten und
Standbilder in Beziehung setzte.
Im Foyer dokumentierten zwei Tafeln mit WW Maps und Stammbaum den Stand der
wissenschaftlichen Aufarbeitung der Nachfolgeteile und der WW-Gesamtmythologie.
Aber vor allem war die Nacht ein großes Wiedersehen von Darsteller/inne/n,
Vertoner/inne/n, Unterstützer/inne/n und Fans
Von 10. bis 12. September drehten in Oberwelt Berlin in den Räumen des
neuen Problems in der Auguststr. 21, Berlin Mitte, 42 neue und zehn erfahrene
Darstellerinnen und Darsteller weite Teile des sechsten Tauchgangs im Prolog
von
W O T Ø R W O E R L D Teil 4. Der Klon wurde zum ersten Mal mit Seilkanten aufgebaut, die oben an
den Deckenbrettern befestigt und am Boden mit großen Steinplatten fixiert
waren.
Am 18./19. April, sowie am 6. Juni 2009 drehten im pad Mainz 57 Darstellerinnen
und Darsteller gleichzeitig an
W O T Ø R W O E R L D Teil 2 und Teil 3. In diesem Arbeitsmodus wurden auf erstaunliche Art und Weise
die Geschwindigkeits-Unterschiede, aber auch die innere Stringenz, mit der die
beiden Handlungen die
W O T Ø R W O E R L D - Mythologie vorantreiben, spürbar.
Einsatz und Charme der Darsteller/innen waren vom Feinsten. Die komplette Bergung
der Makrelen und Hummelchens Spottszene (Nightmare Dryland) sowie große
Teile der zweiten Schlachtenszene zwischen Zeta-puni und Pad (Enola-Saga) sind
hier verortet.
Im Foyer hängen zum ersten Mal alle Standbilder von Teil 1 in 18 Rahmen
mit je 40 film stills.
Schöner Auftakt war die Eröffnung von "Kunstwelten", mit
Ausstellung, Filmpräsentationen mit Autoreninterviews, an deren Ende das
gesamte Publikum auch den Trailer von Teil 1 sah, und wobei die sehr elegante
Moderation Raum für ein kurzes Statement zum Projekt gab - sowie einem
kurzen Konzert.
Am 6. Juni fand der achtstündige Dreh im Rahmen der Museumsnacht statt.
Zum ersten Mal wurden übrigens kompletter Klon und Klub-Gesandschaft Jens
Hermann und Peter Haury per Transporter von Veranstalter Peter Schulz persönlich
in Stuttgart abgeholt. Sehr angenehm.
www.pad-mainz.de
Am 11. Januar 2008 war
Dein Klub zu Gast beim Warm-up des Stuttgarter Filmwinter im großen Saal des Kommunalen
Kinos im Filmhaus.
Es lief zum ersten Mal die komplett geschnittene Version vor vollem Haus. Zuvor
navigierte Jens Hermann durch einige der Bonusmaterials der DVD, wie zum Beispiel
die Zeichentrick-Zusammenfassung in 136 Sekunden, sowie einige ganz aktuell
nachvertonte Kapitel (zum Teil in sieben Sprachen), die während der Dreharbeiten
oft fast gleichzeitig gesprochen wurden. Ein Orchester vertonte anschließend
nach einer dreiseitigen Partitur live die letzten 15 Minuten, die von Peter
Haury in allen Stimmen lippensynchron mitgesprochen wurden.
Ein weiteres Kapitel des Projektes ist somit eröffnet: die musikalisch künstlerische
verwotørwoerldung der Tonspur.
Artikel von Marko Schacher, Stuttgarter Nachrichten vom 11. 1. 08
W O T Ø R W O E R L D war am 4. Oktober mit einer Präsentation zu Gast beim MYTHOS_GRILL, den Matthias Schamp im Kunst-Museum der Stadt Bochum installiert hatte und als Sub-Kurator für die Reihe "Reflektieren und Frittieren" nutzte. Ein exquisites Publikum sah sich große Ausschnitte von Teil 1 mit anhaltender Begeisterung an.
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So frei wie in der Shedhalle hat noch kein Klon gestanden. Von Ferne kommen in der Ausstellung "Wasserzeichen" ozeanische Gefühle auf. Zur Eröffnung gab es einen kurzen Aufwärmdreh. An einem weiteren Drehtag verzog sich der Qualm aus dem Herd von Frau Sölbloms Häuschen unter Regenschwaden, und Pelle dressierte die Wespen. Dann gibt es heute Fisch.
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Am Pfingstwochenende drehten über 40 neue und über 10 erfahrene einheimische
und internationale Darstellerinnen und Darsteller 37 Einstellungen des gerade
begonnenen Teil 2. Die Weltstadt machte mit unvergesslichem Engagement und unsterblicher
künstlerischer Beseeltheit von Stammbesetzung des Weinkabinett Fred Misik,
Anwohnern des Brunnenviertels und Gästen der Festivals "Grundstein"
und "soho in Ottakring" ihrem Namen alle Ehre.
Teil 2 (nightmare dryland) entfaltete in diesen Tagen seine ganze überirdische
Kraft, die nun alle weiteren Drehs vehement beflügeln wird.
Im März zeigte Guillaume Désanges im Programm « Kitchen cinema », Hollywood vs Youtube Auszüge aus
W O T Ø R W O E R L D
Veranstalter waren Les Laboratoires d´Aubervilliers bei Paris
www.leslaboratoires.org
Übersetzung eines Abschnittes des Katalogtextes, darunter das französische Original
und die Programmzusammenstellung.
« Kitchen cinema », Hollywood vs Youtube
Une proposition de Guillaume Désanges
Mit einem scheinbar parodistischeren Anspruch hat das Kollektiv Dein Klub in dessen Räumlichkeit innerhalb von fünf Jahren eine genial gebastelte Adaption von Kevin Costners /Waterworld/ verwirklicht. Dazu wurden regelmäßig Künstler miteinbezogen, um einzelne Szenen zu drehen. Die spezielle Wahl dieses Films ist im performativen Sinne eine an und für sich künstlerische Entscheidung gewesen. Seinerzeit war /Waterworld/ emblematisch für den in Hollywood gepflegten Wettstreit um den technisch avanciertesten und kostspieligsten Film im Rennen um die Marktanteile. Es war der teuerste Film seiner Zeit, ein Rekord der gerechtfertigt wurde mit der Bedeutsamkeit seiner ökologischen Botschaft, die es einem möglichst großen Publikum nahe zu bringen galt. Eigentlich wirkt die von Dein Klub vorgestellte Version des Films auch nicht besonders parodistisch, sondern stellt ein instabileren Gegenentwurf dar, ein chaotisches aber spannendes Abziehbild des Originals. Mit dem gleichen Ernst und Beharrlichkeit hergestellt wie das Original und mit dem gleichen erfinderischen Geist gerüstet, um die schwierigen Fragen der Bildwirkung zu lösen, wirkt das Ergebnis nicht mehr und nicht weniger gelungen als das Original. Darin bestätigt sich die Arbeitshypothese von Dein Klub: die langweiligen Szenen sind es im Original nicht minder, die Action ist ebenso mitreißend, und die romantischen ebenso berührend. Der Unterschied? Circa 200 Millionen Dollar. Das deutsche Team stellt dem finanziellen Flop des Originals eine wahre Meisterschaft ökologischen Denkens in der Bilanzierung der Arbeit gegenüber, womit Costner auf dem Terrain seines eigenen politischen Anspruchs geschlagen wird.
Aujourd’hui un certain nombre de films utilisent principalement la vidéo,
non pas essentiellement dans un but de maniabilité et de souplesse d’utilisation
(ou dans une logique purement expérimentale), mais plutôt comme
l'outil contemporain le mieux approprié pour se confronter à certains
standards de la narration cinématographique au sein d’un univers
quotidien immédiat, voire domestique. Cinéma de cuisine, "Kitchen
cinéma", soit : des films d’appartements, parfois bricolés,
tournés avec des moyens limités mais des ambitions narratives
assumées, et dont l’ingéniosité et l’énergie
remplacent souvent la débauche technique, financière, logistique
et humaine des tournages traditionnels. Ces pratiques, répandues par
le développement de technologies de production et post-production facilement
appropriables, renouent paradoxalement avec un certain esprit des pionniers
du cinéma. Une économie de travail pragmatique, autonome et responsable,
directement en phase avec de nouveaux moyens de diffusion (projections vidéo,
DVD, Internet, etc.). Ces films reposent sur une croyance en l’efficacité
d’une grammaire cinématographique plus ou moins classique appliquée
à l’image vidéo, avec une extraordinaire liberté,
une intelligence pratique souvent teintée d’humour, et une précision
technique bannissant toute désinvolture dans l'utilisation du médium.
Il est intéressant de noter que cette rappropriation d'une grammaire
cinématographique via des outils quotidiens est souvent le fait de praticiens
issus du champ des arts plastiques. La familiarité de ceux-ci avec une
certaine économie "pauvre" de travail est certainement essentielle
à ce phénomène. mais plus profondément, peut-être,
le principe même du film de cuisine a quelque chose de foncièrement
plastique, notamment dans les enjeux d'une histoire récente des arts
visuels : à la fois sculptural (rappropriation et transformation de matériaux
existant, exploitation de l'espace) et performatif (expressivité du geste
simple, mouvement des corps sans artifices). Le mot corps étant entendu
ici dans son sens purement physique, c'est-à-dire aussi bien corps organiques
que matériels. On pense ici au fameux "Der Lauf der Dinge"
(Le cours des choses), du tandem suisse Fischli & Weiss. Soit, la mise en
scène improbable d'objets sans qualités, immédiats (échelles,
bouteilles, tasseaux de bois, ballons, pneus; etc.) telles qu'ils peuvent traîner
dans n'importe quelle remise ou garage, mais dans le but de raconter une véritable
épopée quincaillière. Sous ses apparences de gag, cette
suite jubilatoire d’événements catastrophes se déclenchant
mutuellement comme des dominos qui tombent, revisite dans sa longueur, et de
manière abstraite, certains motifs essentiels du cinéma populaire
: suspens, héroïsme, fatalité, violence, tendresse.
Ce type de pratiques très domestiques ne sont certes pas nouvelles dans
le cinéma, et concernent des esthétiques extrêmement variées
(voir le David Lynch de Eraserhead, le western de Luc Moullet, mais aussi le
cinéma de Merejkovski, Cavalier, et beaucoup d'autres). Mais l'intérêt
particulier et le souffle que peuvent prendre ces pratiques aujourd'hui tient
possiblement au fait que cette économie de production est maintenant
directement compatible avec une maturité "rétinienne"
du public concernant l'image vidéo, ainsi que sa pratique de nouveaux
modes diffusion (DVD, Internet). Ainsi, la réaction de censure immédiate
de la Paramount concernant le remake d'un film d'Oliver Stone par Chris Moukarbel
(étudiant dans une école d'art) peut être analysée
moins comme la défense d'une originalité du film de Stone mise
en péril que par le fait que le dépôt du film de 12 minutes
sur Youtube le place immédiatement sur une échelle de diffusion
incomparable avec les exploitants traditionnels. Un effet de levier est énorme.
La projection de Walter Benjamin sublimée : l'œuvre d'art à
l'âge de sa disponibilité technique universelle.
La mini-programmation "Kitchen Cinema" n'entend pas circonscrire les
frontières esthétiques de ce vaste ensemble. Elle aborde le sujet
avec des films personnels extrêmement (et volontairement) disparates,
présentant quelques-uns des enjeux formels et conceptuels liés
à ces pratiques. Avec « Moby Dick » et « Wild Boy»,
par exemple, l'artiste d'origine israélienne Guy Ben-ner, réinterprète
des thèmes littéraires classiques, dont il cantonne décor
à son appartement et le casting à lui et son jeune fils. La force
de ses films tient à une extraordinaire intelligence créativité
dans l'utilisation d'une topographie immédiate du tournage (par exemple
la cuisine dans Moby Dick) pour illustrer de manière très convaincante
situations et événements narratifs : la cargaison du bateau dans
le congélateur ou l'implantation du mat du navire dans l'évier
constitue des tours de force intellectuels et visuels remarquables dans leur
simplicité et leur efficacité narrative. Un autre élément
fort de son cinéma réside dans l'acceptation d'un incontrôlable
à l'intérieur du cadre, avec la présence d'un enfant échappant
régulièrement au contrôle téléologique du
scénario. Cette intégration d'un naturel contingent dans l'image,
parfaitement assumée à défaut d'être volontaire,
ces d'accidents et contre-feux à la logique scénaristique, cette
intrusion permanente du réel dans le cadre, contre lequel précisément
tout le cinéma classique ne cesse de lutter, est une caractéristique
que Ben-ner partage par ailleurs avec Seng-a Yoon ou les Dein Klub. Ils ne signifient
pas un jeu ou une complaisance particulière pour le mal-fait ou le ratage,
mais plutôt une volonté de ne pas cacher les conditions de travail.
Ni revendication, ni dissimulation, mais un 'faire avec", qui relève
possiblement d'une sorte d'éthique de travail. Parions par ailleurs que
cette économie n'est pas gratuite chez Ben-ner, voire même qu'elle
sert son propos. De fait, elle crée les conditions d'une complexité
identitaire des acteurs/personnages, proposant plusieurs niveaux de lecture
au spectateur. Ainsi, dans 'Moby Dick', Ben-ner lui même apparaît
à la fois comme marin (son personnage dans le film), metteur en scène
(sa fonction professionnelle) et père de famille (sa situation réelle).
Les 3 rôles et responsabilités se mélangent de manière
encore plus subtile dans "Wild boy", lorsque Ben-ner doit éduquer
son propre fils, le film apparaît alors plutôt documentaire, ou
du moins mise en scène d'une situation réelle. Même phénomène
chez Seng-a Yoon. C'est la réalité d'une situation exceptionnelle
- un voisin plus âgé qu'elle découvre fan de la Corée,
son pays d'origine qu'elle connaît peu - qui l'amène à fictionnaliser
le réel à travers son film "De l'autre côté".
L'économie simple de la vidéo numérique est ici au service
d'une rhétorique strictement linguistique de l'image, chaque plan venant
illustrer directement la voix-off. L'efficacité de ce protocole narratif
très fonctionnel association les images aux mots n'est toutefois pas
sans apporter une tendre poésie à l'ensemble. En découle
un film simple et fort dans son humilité et son humanisme, servi par
une justesse de ton proche de la Nouvelle vague dans la façon qu'elle
avait de traiter de thèmes graves (ici la mort, la mémoire, l'identité)
à travers des comédies réalistes, faussement distanciées.
Le travail très plastique sur l'image (couleurs, cadrages, montage) est
par ailleurs certainement informé par la vidéo intimiste de ces
dix dernières années.
Dans un registre apparemment plus parodique, le collectif Dein Klub réalise
depuis cinq ans une adaptation génialement bricolée du «
Waterworld » de Kevin Costner dans leur lieu de vie. Pour ce faire, ils
invitent régulièrement des artistes à les rejoindre pour
tourner certaines scènes. S'attaquer à ce film précis est
en soi un positionnement artistique, voire une démarche d'ordre performatif
: Waterworld est à l'époque où il est sort, emblématique
d'une surenchère technique et financière d'Hollywood. A l'époque,
il est le film le plus cher jamais réalisé, un record justifié
par une volonté de porter un message écologique au plus grand
nombre. De fait, le résultat proposé par Dein Klub n'est finalement
pas très parodique, mais constitue bien plus un double instable, un passionnant
décalque du film original. Réalisé avec le même sérieux
et la même détermination que le film de Costner, et recourant comme
dans l'original à une grande ingéniosité pour résoudre
des problèmes ardus de cadrage, le résultat apparaît finalement
ni plus ni moins réussi que la version américaine. Et là
précisément réside la démonstration de Dein Klub
: leurs scènes ennuyeuses le sont certainement autant que dans l'original,
leurs scènes d'actions aussi fortes, leur scènes romantiques aussi
touchantes. La différence ? Environ 200 millions de dollars. Ce faisant,
le collectif allemand oppose au relatif échec commercial du projet original
la démonstration d'une véritable écologie de travail en
actes, qui déborde Costner sur ses propres ambitions politiques.
C'est la Paramount elle-même qui a poursuivi le jeune Chris Moukarbel
qui, s'étant procuré le script original du "World Trade Center"
d’Oliver Stone avant sa sortie, décidait de réaliser sa
propre version dans son studio d’étudiant. Là encore, il
s'agit moins de pastiche que d'une réinterprétation artistique
du film, très personnelle, impliquant ses camarades d'écoles et
un décor apocalyptique extrêmement soigné quoique simple.
Moukarbel revendique ici un positionnement politique : une critique de la réappropriation
de l’histoire par Hollywood. A priori pas de quoi affoler les puissants
studios. Voire. Le puissant studio n'a guère apprécié la
démarche, et peut-être surtout pas que le film ait pu être
considéré par la presse digne d'être comparé à
la version de Stone. Le résultat n'a pourtant pas grand chose à
voir. Du film "original" de Moukarbel, au départ diffusé
sur Youtube et pour l'instant suspendu de diffusion pour cause de procès,
l'artiste a tiré un court métrage, "Points of Departures",
à partir de rushes. Quasi-abstrait, impressionnant dans sa facture plastique,
l'oeuvre de Moukarbel laisse transparaître un aspect foncièrement
philosophique, ésotérique, contemplatif de la catastrophe, l'apparentant
plus à Tarkovski qu'à la tradition du film catastrophe .
En complément à ces films récents, l'idée de présenter l’ « Ambassade », un film de 1973 de Chris Marker, peut étonner, tant ce film n'a finalement rien à voir avec ce qui précède : ni vidéo, ni cuisine, ni relecture, ni ingéniosité du montage. Rien de tout cela, et pourtant. A partir de soit-disant bandes super 8 trouvées présentant un groupe de personnes évoluant dans un appartement bourgeois, une voix off nous raconte une très vraisemblable histoire d'intellectuels réfugiés dans une ambassade après un coup d'état militaire. La vie semble s'organiser tant bien que mal, avec ses difficultés, ses joies partagées, et surtout ses discussions animées entre idéal politique et impuissance effective. La crédibilité des problématiques évoquées et la facture très réaliste de l'image (des plans comme saisis au cœur du réel), amènent en permanence un trouble entre mise en scène et réel, documentaire et fiction. Echos d'un universel politique résonnant à l'intérieur des frontières d'un intérieur domestique. Si le dernier plan vient définitivement fictionnaliser l'ensemble, l'impact réaliste reste pénétrant. Dès lors, on pourrait statuer que Marker représente un modèle admirable d’économie narrative, d'une utilisation remarquable de l'espace quotidien, qu'il apporte un impressionnant souffle fictionnel à des d’images relativement banales et qu'en ce sens il apparaît intéressant de le confronter au "Kitchen cinéma", d'aujourd'hui, comme une sorte de paradoxal "contrepoint tutélaire". Ou bien simplement, que ce film est magnifique, ce qui suffit largement pour justifier sa projection quelque soit le prétexte...
Moby Dick ( 2000), 12’35“ min ,Israel, un film de Guy Ben-ner
Wild Boy (2004), 17 min, silent/sound (sound: mariano Weinstein))
De l’autre côté, (2005), 10’49’’, réalisation, production : Sung-A Yoon., Format : film vidéo couleur, 4/3, interprétation : Gérard Schillings, Sung-A Yoon, Justine Legros, image : Justine Legro, son : Bastien Hidalgo Ruiz, assisté de Thomas Grimm-Landsberg et Vincent Poujol, montage : Alexis Lardilleux., mixage : Olivier Touche.
“Points of departure", (2006) 13’26’’Chris Moukarbel, USA
- W O T Ø R W O E R L D (2002-2007), 15’ (Jens Hermann & Peter Haury, Dein Klub), Allemagne.
„L’Ambassade“, Chris Marker, 20’,1973
Artistes invités (sous réserve) :
- Guy Ben-ner : Né en 1969 en Israël, il vit et travaille à
New-York. Guy Ben-Ner filme sa cellule familiale avec un humour inspiré
de la grand e époque du slapstick (farce bouffonne), dressant un portrait
de l’artiste en père de famille… Dans « Moby Dick »
(2000, 12 min), il reconstitue l’épopée du livre éponyme
seul avec son fils, dans sa propre cuisine.
Yoon Sung-A : est née en 1977 en Corée du Sud. Elle vit et travaille
à Bruxelles. Sa première exposition personnelle a eu lieu en avril
2006 à l'Atelier du Jeu de Paume. Son film, De l’autre côté
(2006 / Corée du Sud / 11 min ) est une narration intime tournée
dans son immeuble autour des questions d’identité et d’altérité,
dans un ton burlesque et une esthétique proche de la nouvelle vague.
- Chris Moukarbel, (né en 1978 à New Haven, USA, vit et travaille
entre New Haven et New York). Il fait des vidéos, sculptures et installations
in-situ, utilisant souvent comme matériau des séquences extraites
de divers médias. Son film « World Trade Center 2006”, est
une adaptation du scénario du film d’Oliver Stone, tourné
dans son studio d’étudiants en école d’art, avec ses
camarades comme acteurs. Diffusé sur Youtube, ce film a reçu un
accueil extrêmement favorable, au grand dam de la Paramount, qui a poursuivi
son auteur.
Chris Marker, né en 1921, est cinéaste
Dein Klub est un collectif d'artistes basé à Stuttgart (Allemagne)
Am Donnerstag, den 2. März errichteten wir auf Einladung von Sophie Hope
von B+B archives und der Kunstakademie Universitá Iuav di Venezia einen
Sonderklon in Venedig. Ein Drehtag mit etlichen Massenszenen auf der Deace und
Spezialstuntfahrten von Deck zu Deck.
Dein Klub was invited by Sophie Hope / B+B to build a special clone at the Universitá
Iuav di Venezia. On Thursday 2 March students of Iuav were involved in shooting
many mass scenes on the Deace and recreating special stunt movments from deck
to deck.
Bilder:
1: Überfahrt von Giudecca zur Hochschule / Crossing the canal from Giudecca
to the university
2-4: Karneval / Carneval
5-7: Aufbau / Errecting the Clone
8: diverse Klone der Sofawand von Sophie Hope / several clones at the sofa wall
by Sophie Hope
9-11: I-pod -Klone von Jens Hermann, Venezianische Masken-klone, Sierretta-Nevada-Klon,
Kölner-Express-Hasch-Oma-Klon und Splügen-Selbstmordpüppchenklon
von Peter Haury / I-pod-clones by Jens Hermann, venician-mask-clones, Sierretta-Nevada-clone,
Cologne-express-pot-grandma-clon and Splugen-suicide-doll-clone by Peter Haury
12: Dreharbeiten mit koreanisch/venezianischem Markuslöwenklon von Jens
Hermann / shooting with corean/venician St.Marco-lion-clone by Jens Hermann
13: "Deacon" zeigt der Smokermasse "Enolas" Tatoo / "Deacon"
shows the tatoo of "Enola" to the smokers masses
14: Luftschlangen-Gischt-animation des eintauchenden Tankerruders / Blow-snakes-foam-animation
of the touching tanker row
15: Unterdeck-massentrickszene mit Erdnuss-smokern an Strohhalm-rutsch-stangen
/ under deck mass trick scene with peanut smokers at straw-slide-sticks
16-18: Sichtung und Ruderanimation der Tankergaleere / viewing and rowing animation
of the tanker boat
Links:
http://www.e-xplo.org/games/
http://www.welcomebb.org.uk/
http://www.iuav.it/homepage/
Von 18. Februar bis 21. April 2006 ist der Klon in München in der lothringerstr.13/laden
bei den program angels zu Gast, Drehtermine sind am 10. März, am 1. und
am 21. April.
Auszüge aus dem Text unserer Kuratorin Diana Ebster, program angel:
Optimale Varianz
(...)
Eines der langfristiger angelegten Projekte der Oberweltkünstler Peter
Haury und Jens Hermann ist Wotorwoerld. Wotorwoerld ist das Trash-Remake des
monumentalen Hollywood-Endzeitepos „Waterworld“ von Kevin Costner.
Die Dreharbeiten dazu realisiert „Dein Klub“ seit 2002 im Klubraum
der Oberwelt (vormals Abstellkammer) mit eigenen Mitteln. Auf Tour gehen die
Dreharbeiten im „Klon“, einem maßstabsgetreuen Nachbau dieses
Klubraums.
Es ist bezeichnend, dass sich dieser Komplex nicht eindeutig zuordnen und in
seinem Mehrwert klar definieren lässt. Er ist in sich – vor allem
im Verhältnis zu einem klassischen Werkbegriff - ein vielgestaltiges Gebilde
und es ist folgerichtig in Ordnung, dass sich das Projekt nicht unmittelbar
vollständig transzendieren lässt.
Zwar lässt sich auch über Wotorwoerld eine theoretische Diskussion
des Remakes, der Re-Inszenierung, oder der Appropriation, als künstlerischer
Strategie kritischer Aneignung, werfen, aber nachdem in den 80er und 90er Jahren
des vergangenen Jahrhunderts alles konzeptualisiert wurde, lässt sich ein
neuer Hang an der Verknüpfung des unauflösbar Heterogenen rechtfertigen.
Wotorwoerld zeigt optimale Varianz an künstlerischen Mittel und Sujets.
Wotorwoerld verbindet als Werk unterschiedliche Formen, die von der Aktionskunst
über Video, Performance, Installation bis zur Konzeptkunst reichen. Das
Projekt formuliert nichts fundamental Neues. Die künstlerische Aneignung
alltagsweltlichen Materials ist ein alt bewährtes Spiel in der Kunst des
20. Jahrhunderts, und nicht erst die Pop Art hat die Praxis der Bezugnahme,
das Aufgreifen kommerzieller Vorgaben und deren künstlerische Neuinterpretation
salonfähig gemacht. Das Thema Film, als Kultur prägender und Weltbild
und Wahrnehmung beeinflussender Medienmaschinerie ist breit diskutiert. Die
Erfahrung bei Wotorwoerld - umso mehr, wenn der passive Kunstbetrachter zum
aktiven Akteur des Remakes wird – bleibt aber eine jeweils eigene. Aus
der Involviertheit entstehen eigene Motive. Das alles vor dem Hintergrund der
gefloppten Bemühung Costners ein Endzeitepos mit grünen Botschaften
zu stiften.
Diese Botschaften werden durch die Übernahme der Tonspur und den eindrucksvollen
Text des Films beibehalten. Die Bildebene dazu aber wird vollständig neu
erzeugt und folgt anderen Regeln. Durch das permanent wechselnde Personal des
Films, in den nicht nur die Künstler und deren Freundeskreis, sondern auch
das Publikum eingebunden sind, verschiebt sich jede Identifikation mit den filmischen
Figuren. Das mit improvisierten Mitteln erzeugte Bild der Handlung könnte
dem perfekten Illusionismus der Hollywood-Unterhaltungsindustrie nicht ferner
stehen. Die Distanz zwischen bildproduzierender Industrie und Konsumenten ist
aufgelöst.
Zugleich wird das „Werk“ aber nicht beliebig, wenn Jens Hermann
und Peter Haury alle Drehtermine steuern und so den großen Zusammenalt
des Differenten im Blick haben. Ein Ergebnis wird neben einem neuen Film, vor
allem eine Unmenge von performativen Situationen sein, die Teil dessen sind.
Bilder:
1-3: Klon und Sichtung
4-6: 10.3.2006: Projektion von Ina Keckeis und Konzert von Superstrings im Klon
7: Vortrag von Matthias Keller vom Bayerischen Rundfunk. Erläuterung der
Filmmusik von Wotørwoerld vor Screenshotkulisse.
Von 14. bis 16. Oktober 2005 war der Klon im brandenburgischen
Rathenow , zu Gast auf den Ersten
Filmtagen Havelland , im "kleinen Clubraum" des dortigen Kulturhauses.
Das Grundgerüst des Klons - eine Lattenkonstruktion mit Malerfolie als Aussenwänden
- wurde von den Veranstaltern bereits im Vorfeld nach unseren Angaben aufgebaut.
Zudem entstanden vor Ort ein edel furnierter World-Brett-Klon, ein Schrank-Klon
aus Umzugskartons und eine lehnenlose Kunstledercouch (Typ "Sigmund Freud"),
die sich ideal als flexible Elemente zum Nachstellen des Öltankers der Smoker,
der "Deace", verwenden ließen. Die Veranstalter ermöglichten uns zwei
ausgedehnte Drehtage mit über 20 neuen konzentrierten Darstellern. Aus Stuttgart
gab es eine Auswahl geklonter Details aus dem "Original"-Klon, soweit
sie sich zu Fuss und per Bahn schleppen ließen.
In october 2005 the clone was guest in Rathenow, Brandenburg, on the First
Filmfestival Havelland
The basic construction was done in advance by our hosts and many great details
guaranteed two
shooting days in a concentrated atmosphere with more than 20 new actors.english
translation of interview here
Auszüge aus Interview mit Winfried Gerling, Professor für Konzeption
und Ästhetik der neuen Medien im Studiengang Europäische Medienwissenschaft
an der Fachhochschule Potsdam und einer der Initiatoren von "08/16 - Filmtage
Havelland", sowie zuständig für die Filmauswahl des Programmblocks
"Remakes" Interview: Silke Hennig. Abgedruckt im Festivalkatalog
Frage: "(...)"Remakes". Was hat es damit auf sich?"
Winfried Gerling: "(...) Remake ist schon fast ein falscher Begriff. "Remake"
heißt ja eigentlich immer das Nachdrehen eines Filmes, den es schon gegeben
hat (...) Aber darüber hinaus gibt´s im Amateurfilm eben auch das
Nachahmen einer Geste, das Nachmachen des Regisseurseins sozusagen, des Hauptdarstellerseins,
des Produzentenseins - und das aber auch mit einer großen Ernsthaftigkeit.
Das ist im Grunde mein persönlicher Anknüpfungspunkt."
Frage: "Also spiegelt denn der Amateurfilm, insbesondere das Remake,
das professionelle Filmschaffen - oder in welchem Verhältnis stehen die
beiden zueinander?"
"(...)insofern, als der Amateur das professionelle Filmschaffen in jeder
Weise imitiert oder vielleicht sogar übertreffen will, weil er meint, dass
er z.B. werkgetreuer sein kann als jemand, der vielleicht in kommerziellen Zusammenhängen
Spielfilme produziert. Da kann ich vielleicht näher auf ein Projekt eingehen,
das im Rahmen des Festivals gezeigt wird, und zwar Wotørwoerld aus Stuttgart.
Die Betreiber sind Künstler, die einen Klub gegründet haben und sich
einmal in der Woche dort treffen, um den Film "Waterworld" nachzudrehen.
Sie drehen in einem kleinen acht oder zehn Quadratmeter großen Raum und
sind nicht im eigentlichen Sinn Amateure, aber sie betreiben diesen Gestus des
Amateurs professionell auf der Ebene des Künstlers. Das ist also noch einmal
eine komplizierte Wendung des Amateurs, der ja vielleicht im Künstler auch
immer ein bisschen drin steckt. Ich finde, gerade dieses Projekt ist extrem
spannend, weil es zwar eins zu eins den Ton des Originals adaptiert, das Ganze
aber auf der anderen Seite wirklich in sehr, sehr gebastelter Umgebung stattfindet,
die irgendwie mit ganz einfachen Hilfsmitteln nachgebaut wird. Dieser Film hat
inzwischen etwa 150 Darsteller, weil jede Woche jemand anderes mitspielt, aber
es gibt auch so eine gewisse Kontinuität in dem Film. Dieses Projekt ist
noch mal auf eine andere Weise eine Reflektion dieses Themas. (...)
(...)Der Film "Wotørwoerld" heißt eben "Wotørwoerld"
und nicht "Waterworld". Ich weiß nicht, ob die Macher das aus
rechtlichen Gründen gemacht haben oder nicht, denn die Rechte-Frage spielt
natürlich tatsächlich auch immer eine Rolle bei diesen Remakes.
Da trifft man sich also seit ungefähr zehn Jahren in Stuttgart immer an
einem bestimmten Tag in der Woche in einem kleinen Klub, das heißt in
einem Raum, der ungefähr 4,5 x 2,5 m groß ist, und man sitzt dann
da in einem Ambiente, das ein bisschen aussieht wie so ein typischer Berlin-Mitte-Wohnzimmer-Klub
oder eine Art Wohnzimmerkneipe. (...)
Der Film wird dort zum Originalton gedreht und inszeniert. Es werden also die
Rollen übernommen, aber es werden auch kleine "Animationselemente"
eingebaut. Dort wird mit wirklich einfachsten gebastelten Mitteln gearbeitet,
beispielsweise hängt eine Sonne an der Angel und wackelt durchs Bild oder
kleine Boote werden mit Tesakrepp und Plastikflaschen gebastelt und fahren dann
auf Plastikfolie - wie bei der Augsburger Puppenkiste - übers Wasser. Das
ist irgendwie auch großartiges jungenhaftes Nachmachen und natürlich
auch ein Neu- und Uminterpretieren. Kevin Costner ist in dem Film ja eigentlich
auch wie so ein großer Junge mit unglaublichem Abenteuer-Ideenreichtum,
der aber auch irgendwie völlig verblendet diesen Wahnsinnsflop nicht in
den Sand, sondern ins Wasser setzt. Das Sympathische in diesem riesigen Scheitern
will das Projekt, glaube ich, auch irgendwie nachvollziehen.
Der Film ist wahrscheinlich eine Zumutung, wenn er fertig ist, aber das, was
ich bisher gesehen habe, ist unglaublich komisch und teilweise sehr interessant
anzusehen. Ich weiß nicht, ob man das wirklich zwei Stunden gucken möchte,
aber ich weiß auch nicht, ob man das Original zwei Stunden sehen wollte.
Das Interessante an diesem Projekt ist darüber hinaus, dass die Betreiber
einen sogenannten Klon ihres Klubraums mitbringen, wenn sie den Film außerhalb
von Stuttgart zeigen. So wird dann vor Ort quasi eine weitere Episode gedreht.
Inzwischen sind ungefähr 70 Minuten fertig. Die Gesamtlänge des Originalfilms
ist auf jeden Fall über zwei Stunden - da haben die noch ein bisschen zu
tun. Der Dreh läuft jetzt seit zweieinhalb Jahren, und das ist vielleicht
auch was sehr Wesentliches, dieses Nichtfertigwerden, der Prozess des Machens.
Das ist hier von Anfang an mitgedacht, dass es natürlich ewig dauert, bis
der Film fertig wird, wenn man nur einmal in der Woche abends weiterdreht. (...)
English translation: Extracts from
an interview with Winfried Gerling, Professor for Conception
and Aesthetics of New Media in the course European Media Studies at the Fachhochschule
Potsdam, and one of the initiators of “08/16 – Filmtage Havelland”
(Havelland Film Festival), where he is responsible for the film selection for
the programme block “Remakes”. Interview: Silke Hennig. Printed
in the festival catalogue.
Question: “(…) “Remakes”. What is this supposed
to mean?”
Winfried Gerling: “(…) Remake is almost a false term. “Remake”
actually always means the refilming of a film which already exists (…)
But alongside this we find something in amateur film-making which is the imitation
of a gesture, the re-creation of being a director as it were, of being a leading
actor, of being a producer – and doing this with great seriousness. That
is essentially my personal point of connection.
Question: “So the amateur film, in particular the Remake, is a reflection
of professional film-making – or what relation do the two have to each
other?”
“(…) in that the amateur wants to in every way imitate or maybe
even surpass professional film-making because he thinks that he can, for example,
be more true to his work than someone that maybe produces films in a commercial
context. Maybe I can here look more closely at one project that will be shown
in the festival which is Wotørwoerld from Stuttgart. The makers are artists
who have founded a club and who meet there every week to refilm the film “Waterworld”.
They film in a small eight or ten square metre space and are not in the real
sense amateurs but practise the gesture of amateurism professionally on the
level of the artist. So this is again a complicated twist on the concept of
the amateur, who, to some extent, can probably always be found in the artist.
I find this project in particular extremely exciting, because although it adapts
the sound of the original one to one, the whole thing takes place on the other
hand in very, very provisional surroundings, that are somehow recreated with
very simple means. Up to now, the film has about 150 actors because somebody
new takes part every week, but this also gives the film a certain sense of continuity.
This project is again a reflection of this theme in another way.(…)
(…) after all, the Film "Wotørwoerld" is called "Wotørwoerld"
and not "Waterworld". I don’t know if the makers did that for
legal reasons or not, as legal questions of course really do always play a part
in remakes.
So for about the last ten years you’ve been meeting up one day a week
in Stuttgart in a club, well actually a room, which is approximately 4.5 x 2.5
m in size, and you sit there in an atmosphere that looks a bit like a typical
lounge club in Berlin Mitte or a kind of bar in a living room. (…)
The film is staged and filmed to the original sound. The roles are then adopted
but there are also small “animation elements” built in. The most
simple and provisional means are used, for example, a sun hangs from a fishing
line and wobbles through the scene or small boats are built with masking tape
and plastic bottles and sail on plastic film – like in the Augsburger
Puppet Theatre – over the water. It’s somehow both a fantastic puerile
imitation and also of course a new and re-interpretation. Kevin Costner is actually
in the film like some kind of big boy with an incredible idea for an adventure,
but who somehow gets completely blinded, and instead of setting this insane
flop in the sand he sets it on the water. I think it’s the endearing aspect
of this huge failure which this project wants to convey.
The film will probably be an imposition on the viewer when it’s finished,
but what I’ve seen up to now is incredibly funny and sometimes extremely
interesting to watch. I don’t know if you would really want to watch it
for two hours, but I also don’t know if you would want to watch the original
for two hours.
What’s also interesting in this project is that the organisers bring a
so-called clone of their club room when they show the film outside Stuttgart.
In this way a further episode is then quasi filmed on site. About 70 minutes
are finished up to now. The total length of the original film has to be over
two hours – they’ve still got a bit to do. The filming has been
going on for the last two and a half years, and that is also maybe something
fundamental to the project, this never being finished, the process of making.
This factor was taken into account from the beginning, that it would of course
take ages before the film would be finished when you only shoot one evening
a week. (…)
Bild 1: Kulturhaus mit Wotørwoerld-Motto
Bild 2: Hotel Tivoli
Bild 3 und 4: Klon im kleinen Klubraum
Bild 5 bis 7: Drehs des Sprungs von der Deace
Bild 8: Winfried Gerling als Deacon
Bild 9: Unsre Gastgeber
Bild 10: Aufgang zum kleinen Klubraum
"Twoie Klub" hat sich im August 2005 auf der internationalen Biennale
"love between europe and asia" in dem Dörfchen Shirjaevo an der Wolga
bei Samara (vorm. Kubischev) geklont.
Es gab zwei Versionen: Eine im Lehrerzimmer der Gastschule, bis der Fernseher
dort den Geist aufgab, und eine im Vorgarten eines traditionellen Landhäuschens,
über sechs weitere Tage reger Treffpunkt und Arbeitsplatz für Wotørwoerld-dreharbeiten
mit insgesamt 20 neuen und routinierten Darstellern aus aller Welt.
"Twoie Klub" has cloned itself in August 2005 on the international
biennal "love between europe and asia" in the village Shirjaevo at
the Wolga river nearby Samara (former Kubischew).
There were two versions: One in the teachers office of the host school, until
the TV passed away, and one in the yard of a traditional countryside house,
for six days vivid meeting point and work place for Wotørwoerld-shootings
with altogether 20 new and routeened actors from all over the world.
Am 24. April 2005 war Dein Klon zu Gast in Salzburg, im Künstlerhaus Galerie
5020 als Teil der Ausstellung "Play it again" im Rahmen des basic-festivals.
Von 21. 10. bis 2. 12. 2004 war jeden Donnerstag der Klon im Schauraum des
Zentralsaals der Stadthalle in Nürtingen und es wurde dort auch immer von 20
- 24 Uhr gedreht. Ca. 160 Akteure haben bisher mitgespielt. Das erste Mal stand
der Klon ganz frei. Bilder hier.
Triennale-Text aus dem Leporello:
Dein Klub
Interaktive Rauminstallation "Dein Klub-Klon" im Erdgeschoss der Galerie im Heppächer Esslingen (18.7.-3.10.04, Di 11-20, Mi-So 11-18 Uhr)
Drehtage: So 18.7., 16-18 Uhr, Di 20.7., 20-22 Uhr., Di 24.8., 20-22 Uhr., Di 14.9., 20-22 Uhr; So 3.10., 16-18 Uhr
Klub-Klon-Abende mit Film/Foto-Präsentationen von Künstlern: 18.7.-3.10., jeden Dienstag 20-22 Uhr; Infos: Tel./Fax 07031/46 93 52
"Dein Klub" verlegt die seit Frühjahr 2002 laufenden Dreharbeiten für das Trash-Remake von Kevin Costners Endzeitepos "Waterworld" von seinem angestammten Raum, der Abstellkammer von Oberwelt e.V., in das Erdgeschoss der Galerie im Heppächer und bezieht bei diesem "Außendreh" das Publikum als Kulisse und Komparsen mit ein. Die Monstrosität und Dekadenz der Filmbauten konterkarierend, zugleich aber den Bastel-Flair der Hollywood-Kulisse aufnehmend, entstand hier eine gewitzte Mischung aus Installation und Filmstudio. Um eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten, wurde die ursprüngliche Einrichtung des Klub-Raums nachgebildet bzw. abgebildet - teilweise als Gemälde oder Skulptur, teilweise auch in skurrilen Materialien wie Lebkuchen oder Spaghetti.
Marko Schacher
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Die Seele Hollywoods in einer Abstellkammer: Auf zehn Quadratmetern dreht eine Stuttgarter Künstlergruppe seit zwei Jahren den Film "Waterworld" nach. Verbleibende Drehzeit: zwei weitere Jahre.

Gut, bei Kevin Costner verliefen die Dreharbeiten zu "Waterworld" etwas professioneller und kostenintensiver. Dafür haben die Filmfreunde in der Stuttgarter Galerie "Oberwelt" mehr Spaß. Bild: Heinz Heiss
"Sei einfach unwertes Leben!" Marco schaut etwas irritiert und nestelt ratlos an seiner Halskette aus Bierdeckeln. Peter Haury legt seine Minikamera kurz zur Seite, drückt die Rückwärtstaste des Videorecorders und lässt die Szene noch mal laufen. Auf dem Bildschirm sitzt Kevin Costner auf dem einsamen Ozean einem nervösen, ungepflegten Typen mit Halskette gegenüber, der ihm eine Frau mitsamt Kind abkaufen will.
Marco hingegen sitzt auf einer alten, aufgeplatzten Couch; die Couch steht in einem mit Gerümpel voll gestopften kleinen Raum namens "Dein Klub", der früher mal als Abstellkammer für eine Stuttgarter Galerie diente. Im Hintergrund wackelt und singt eine lachende Puppe, die mit Granate und Gewehr stark an eine Guerillakämpferin erinnert. Sie stellt heute das Kind dar. Und Marco soll jetzt so tun, als ob er auf dem Ozean mit Kevin Costner spricht.
Seit zwei Jahren drehen Peter Haury und seine Mitstreiter auf den etwa zehn Quadratmetern der Kammer den Streifen "Waterworld" (Wasserwelt) unter dem germanisierten Titel "Wotørworld" nach. "Waterworld", der damals teuerste Film "aller Zeiten", lief 1995 in den Kinos an und erzählt die Geschichte eines Endzeithelden, der nach dem letzten noch nicht überfluteten Stück Land sucht. Der Streifen galt als missraten und wegen der gigantischen Kosten als kommerzieller Flop. Für den bekennenden Costner-Hasser Haury die perfekte Gelegenheit, seinem "Feind" mit genüsslicher Häme beim Karriereknick zuzuschauen.
Doch das Werk beeindruckte ihn nachhaltig. "Waterworld ist die Seele Hollywoods", sagt Haury heute. Eine irre Mischung aus "Mad Max" und Familienfilm. "Da ist alles drin. Ich habe noch in keinem anderen Film so viele Klischees und typische Schlüsselszenen des Mainstreamkinos gefunden wie hier." Einsamer Held mit weichem Knie, resolute, aber dumme Frau, die erst wider Willen gerettet wird und sich zum Ende willig hingibt, hässliche Bösewichte - "genial übel", findet Haury. Jahrelang nervte er seinen Bekanntenkreis mit Anspielungen und Zitaten aus "Waterworld". Bis es den restlichen Besuchern von "Dein Klub" - viele mit künstlerischem Hintergrund - reichte. Damit Haury endlich Ruhe gebe, schlug jemand vor, den Film jetzt einfach mal nachzudrehen.
Und das tun sie mit großer Präzision mit den Mitteln, die in einer ehemaligen Abstellkammer eben zur Verfügung stehen. In "Waterworld" schmelzen die Polkappen, in "Wotørworld" Zuckerstücke in einer Schale, hier kämpfen die bösen Angreifer eines Flüchtlingsatolls auf Schnellbooten und mit Maschinengewehren, dort ruckeln sie mit Campingstühlen auf der Stelle und ballern mit Besenstielen, statt einer Stichflamme fliegt eine Lichterkette durchs Bild. "Wotørworld" soll jedoch mehr sein als ein parodistisches Spaßprojekt. "Nachdrehen bedeutet analysieren", sagt Haury. Wie funktionieren all die Klischees, und wie findet man eine kritische Distanz zur Hollywoodindustrie? "Natürlich ist Waterworld ein kulturelles Betäubungsmittel, das nur auf Effekte setzt. Andererseits ist er handwerklich perfekt gemacht, und auf der Ebene gefällt er uns dann auch." Mit dem Film könne die Gruppe sich am besten mit diesem Widerspruch auseinander setzen. "Aus den Bildern. die wir brechen, entstehen neue", erklärt Haury ernst, denkt kurz nach, lacht dann und fügt hinzu: "Okay, außerdem ist das eine prima Möglichkeit, auf eine kultivierte Art infantil zu sein."
Stefanie Rehling, eine von etwa 30 regelmäßigen Teilnehmern an den wöchentlichen Drehs, pflichtet ihm bei: "Als Künstler brauchst du so komische Sachen, die du benutzen kannst." Sie kommt extra aus Wiesbaden, um mitzuspielen - meist böse, martialische Männer. "Mich fasziniert der enge körperliche Kontakt zu Leuten, die ich nicht kenne. Wenn die Kamera läuft und jeder alles gibt, kann ich mit einer fremden Frau auf dem Boden kämpfen, und es ist völlig normal." Hinter der Kamera musste sie jedoch noch niemanden verprügeln, sagt sie. Alles gehe demokratisch zu. Jeder könne jede Rolle spielen. Da die "Wotørworld"-Szenen mit der Originalsynchronisation unterlegt sind, kann der Zuschauer die Personen immer ihren "Waterworld"-Vorbildern zuordnen. Heute entscheidet sich Steffi für die Costner-Rolle, verkrampft ihr Gesicht zum typischen "Verschwindet, ich bin gefährlich"-Ausdruck und tauscht Frau und Kind tatsächlich gegen ein Stück Papier.
Das erste Jahr war noch allein Haury auf die Costner-Figur festgelegt. "Aber bei den Vorführungen bin ich erschrocken, wie authentisch ich rüberkomme - exakt das gleiche Macho-Gehabe, da fehlte die kritische Distanz." Zusammenschnitte liefen bereits auf mehreren Filmfestivals.
Auch für einige Außendrehs hat das Projekt "Wotørworld" die Abstellkammer einer Stuttgarter Galerie schon verlassen. Demnächst bauen Haury und Co. "Dein Klub" auf der Esslinger Fototriennale nach. So sollen möglichst viele Außenstehende in den Film integriert werden. "Wir kommen derzeit auf über 100 Darsteller", sagt Haury. Darunter waren auch vier australische Touristinnen, die sich mehr oder weniger versehentlich in "Dein Klub" verirrten. Sie wurden rekrutiert, um als hysterische Atollbewohnerinnen über Costner alias Haury herzufallen und seinen Samen zu rauben.
Haury rechnet, dass mit dem bisherigen Tempo noch zwei Jahre ins Land gehen, bis der letzte "Wotørworld"-Costner die Lippen zum letzten "Waterworld"-Satz bewegt. Sorgen, dass bis dahin niemand mehr Bock aufs Drehen hat, macht er sich nicht. Schon drehen sich Gespräche über Nachfolgeprojekte, etwa "Der Herr der Ringe" in einer Plattenbausiedlung. "Filmen gehört zu unserer Lebenspraxis. Wir haben schon mehr Zeit mit Waterworld verbracht als die Macher", sagt Haury. Komplett angesehen hat er sich den Film allerdings nicht mehr. Im Flugzeug lief er mal, aber da ist er eingeschlafen. Steffen Becker
Katalogtext Filmwinter:
Seit ca. sieben Jahren sitzen wir jeden Montag in Dein Klub, betrieben von Jens Hermann in der Abstellkammer von Oberwelt e.V. Seit fast zwei Jahren drehen wir in diesem Raum mit bisher ca. 100 immer schneller wechselnden Darstellerinnen und Darstellern "Wotørwoerld", einen 120-Minuten-Spielfilm bei dem wir Lippen-Synchronizität anstreben mit "Waterworld". Gedreht mit Kevin Costner, war dies damals (bis Titanic kam) der teuerste Film der Welt. Vernichtet von der Kritik, die doch bei "Der mit dem Wolf tanzt" stillhielt. Egal. Wir halten die Hollywood-Flut an. Das Eis der Polarkappen ist geschmolzen und die Kontinente der political correctness sind im Ozean versunken. Die Überlebenden schaffen sich eine neue Welt. Auf dem Filmwinter klont sich Dein Klub an den Ballroom im Filmhaus zum öffentlichen Aussendreh.
For seven Years every monday we sit in Your Club, run by Jens Hermann in the backyard-chamber of Oberwelt e.V. For almost two years in this chamber with about 100 acting participants, which change faster and faster, we shoot "Wotoerwurld", a 120-minutes-film, in which we aspire lip-synchronity with "Waterworld". Shot with Kevin Costner, this in its time (until Titanic came) was the most expensive movie of the world. Destroyed by the critic, which kept calm at "Dances with the wulf" though. Anyway. We stopp Hollyflood. The ice of the polar caps is melted and the continents of PC are drowned in the ocean. The survivors create their new world. On filmwinter Dein Klub is cloning itself to the ballroom in filmhouse for a public shot.