(english version below) Der Ausstellungstitel spielt an auf den Satz „Ich denke, also bin ich“, der zu „Ich zweifle, also denke ich, also bin ich“ erweitert werden kann, um die These des Philosophen René Descartes umfassender wiederzugeben:
„Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“
"Ich arbeite an mehreren Werkreihen, die sich gegenseitig bedingen und fortwährend
verzweigen. Die Werkreihen verbindet ein übergeordneter Assoziationsraum, der angeregt
wird durch die Frage nach der Wahrnehmung von Identitätsfacetten und deren
Wandlungsfähigkeit – denjenigen, die man an sich selbst erlebt und denen, die einem von
anderen zugeschrieben werden. Damit einher geht mein Interesse an
Transformationsprozessen und Metamorphosen.
Mit den meisten meiner Arbeiten untersuche ich seit fast 30 Jahren die Symbiose von Bild-
und Realraum, indem Zeichnungen und Grafik auf Wände, Böden und Decken übergreifen.
In einer aktuellen Werkreihe werden Mobiles von Projektionen animierter Zeichnungen
überlagert. Schattentänze breiten sich im Raum aus. Das Gestaltungselement Zeit erweitert
die dreidimensionalen Arbeiten um eine vierte Dimension."
Jörg Mandernach
Mandernach zeichnet.
Manchmal vergleichbar einer Odyssee, manchmal wie ein Spiel, bei dem sich Beobachtetes, Übersetztes, Dazuerfundenes, Imaginiertes oder Vorbereitendes - oft erst im Zustand des Werdens - zu unterschiedlichen Anteilen verbinden. Zeichnen ist für ihn auch ein Mittel, um über die Möglichkeiten der Zeichnung und ihre Erweiterung nachzudenken.
Mandernachs Trickfilme entstehen ohne Storyboard während eines "Stream of Unconsciousness".
Die animierten Silhouetten sind formal an die Scherenschnitt-Tradition der Romantik angelehnt: Vergleichbar mit den Märchen der Brüder Grimm oder Wilhelm Hauff, thematisieren sie das Spannungsfeld von Identität und Anderssein und den damit einhergehenden Übergang vom Vertrauten ins Unbekannte und Unheimliche.
Im Ausstellungsraum Oberwelt wird ein Trickfilm über ein Kartonschnitt-Mobile projiziert. Die dadurch erzeugten sich bewegenden Schattenprojektionen verschmelzen zu sich nie wiederholenden Formen.
Begleitet wird die Ausstellung von ausgewählten Beispielen anderer Werkreihen: Papierschnitten, Bleistiftzeichnungen und Mixed-Media-Papierarbeiten.
Eröffnung Freitag, 9. Oktober
Zur Eröffnung spielt Jörg Mandernach ein Gitarrensolo.
Besichtigung der Ausstellung bis 17. Oktober am Montag, 12. Oktober 21:30 bis 24 Uhr sowie nach Vereinbarung unter invitation(at)oberwelt.de oder 0711-650067